Spende vom Forum 7 für das ambulante Kinder- und Jugendhospiz

05.​04.​2026
Vorschaubild zur Meldung: Spende vom Forum 7 für das ambulante Kinder- und Jugendhospiz

Wenn Kinder oder Jugendliche lebensbedrohlich erkranken oder bereits schwer geschädigt geboren werden, bricht für die Familien eine Welt zusammen. Um ihnen Halt zu geben, gründet der Hospizverein Preetz ein ambulantes Kinder- und Jugendhospiz für den Kreis. Eine Finanzspritze für das neue Projekt gab es jetzt vom Unternehmensnetzwerk Forum >7 in Preetz.

 

„Bisher werden lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche von Kiel aus versorgt“, berichtet Fanny Dethloff als Vorsitzende des Hospizvereins Preetz. Nun wolle man diese Versorgung für die gesamte Familie am Wohnort ermöglichen.

 

Besonders schwierig sei bisher die Lage für junge Menschen mit geistigen Behinderungen. Wenn sie schwer erkranken, müssten sie häufig in einem Alten- und Pflegeheim versorgt werden. „Sie werden aus ihrer gewohnten Lebensumgebung herausgerissen“, bedauert Fanny Dethloff. „Sie landen dann oft im Demenzbereich – dort sind sie aber nicht gut aufgehoben.“

 

Das Kinder- und Jugendhospiz soll Ende des Jahres starten. „Dazu bilden wir etwa zehn bis zwölf Begleiterinnen und Begleiter aus“, erläutert die Vorsitzende des Hospizvereins Preetz. Diese fungierten als helfende Hand, um die Selbsthilfe der Familien zu stärken, Ressourcen zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten.

 

Nicht zuletzt solle den Familien der Mut vermittelt werden, sich über ihre Gedanken und Gefühle auszutauschen und sich mit der Diagnose sowie auch mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, teilt der Verein mit. „Denn der Tod hängt wie ein Damoklesschwert über den Familien.“

 

Ängste, Wut, Schuldgefühle und Trauer prägten nach der Diagnose das Leben. Nichtsdestotrotz müsse der Alltag mit seinen besonderen Herausforderungen und Belastungen gemeistert werden, begleitet von dem Wunsch nach ein bisschen Normalität und Unbeschwertheit.

 

Eine hospizliche Begleitung im häuslichen Umfeld habe viele Facetten: Die betroffenen Kinder und Jugendlichen werden bedürfnis- und altersgerecht, aber auch ihrem Entwicklungsstand entsprechend betreut. Eltern erfahren Entlastung und erhalten Freiräume. Sie können so neue Kräfte sammeln und Strategien entwickeln, um die täglichen Anforderungen bewältigen zu können. Auch die Bedürfnisse der Geschwisterkinder werden berücksichtigt. Eine Begleitung endet nicht automatisch mit dem Tod – auch die Trauer der Familien will versorgt sein, so der Verein.

 

Um den Aufbau des ambulanten Kinder- und Jugendhospizes zu unterstützen, übergab das Preetzer Unternehmensnetzwerk Forum >7 jetzt eine Spende von 1000 Euro, die bei einer Sammelaktion im Rahmen der Preetzer Kulturnacht zusammengekommen waren. „Wir haben den Grundsatz, dass wir Gutes tun wollen für Vereine und Verbände in Preetz“, erklärte Vorstandsmitglied Stefan Ettling. Die rund 35 Mitglieder treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat morgens um 7 Uhr zum Frühstück im Hotel-Restaurant Neeth. Wer Interesse an dem Netzwerk habe, könne jederzeit dazu kommen.

 

Der Hospizverein Preetz feiert am 18. September sein 30-jähriges Bestehen. Der Verein ist mit seinen mehr als 300 Mitgliedern und über 80 ausgebildeten Hospizbegleitern seit etwa einem Jahr für den gesamten Kreis Plön zuständig. „Wir haben viele Angebote zu den Themen Sterben, Tod und Trauer“, berichtet Fanny Dethloff. Im kommenden Jahr wird zudem der landesweite Hospiz- und Palliativtag in Preetz ausgerichtet. Sie würde sich daher über weitere Sponsoren freuen.

 

Im vergangenen Jahr seien über 70 Begleitungen gezählt worden, in diesem Jahr rechne man mit rund 100 Begleitungen, berichtet die Vorsitzende. Dazu kämen zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Trauer. „Unser Motto lautet: Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“

 

Bild zur Meldung: Fanny Dethloff (links), Vorsitzende des Hospizvereins Preetz, freut sich über den 1000-Euro-Scheck, den Eva Gutzeit-Pohl vom Unternehmensnetzwerk Forum 7 überreicht.